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  "biographicalOrHistoricalInformation" : [ "Machte eine kaufmännische Lehre in Worms; kam 1794 nach Koblenz und gründete ein Einzelhandelsgeschäft; erwarb 1802 zu seinem Geschäft eine Weinhandlung; 1806 ersteigerte er das Gut Karthäuserhof, welches 1810 zum Stammhaus der Firma Deinhard wurde; 1811-1827 Stadtrat in Koblenz; das Unternehmen Deinhard war lange Zeit eines der bedeutendsten in Koblenz; 1995 übernahm die Firma Henkell & Söhnlein in Wiesbaden die Firma Deinhard", "Der Weinhändler und Unternehmer Johann Friedrich Deinhard legte mit seinem Weinhandelsgeschäft den Grundstein für das heute weltbekannte Sekt- und Weinhandelsunternehmen Deinhard in Koblenz. Geboren wurde er als Johann Friedrich Wilhelm Deinhard am 13. September 1772 in Wollenberg (heute Bad Rappenau-Wollenberg) bei Heilbronn. Sein Vater Johann Michael Deinhard (gestorben 1794) verwaltete den Weinbergbesitz des Freiherrn von Gemmingen-Guttenberg, handelte mit eigenem Wein und betrieb zusammen mit seiner Frau einen Gasthof. Der junge Johann Friedrich eröffnete nach einer kaufmännischen Ausbildung am 1. Mai 1794 in Koblenz ein Einzelhandelsgeschäft für Lebensmittel in Verbindung mit einem Kommissionshandel für Wein. Als Protestant profitierte er vom Toleranzedikt von 1783 des Erzbischofs und Kurfürsten Clemens Wenzeslaus von Sachsen, welches vermögenden Kaufleuten und Fabrikanten evangelischer Konfession die Niederlassung im Kurfürstentum Trier ermöglichte. Es spricht für Deinhards unternehmerischen Pioniergeist und für seine umsichtige Geschäftsführung, dass er sich trotz des wirtschaftlichen Niedergangs der Stadt Koblenz infolge der französischen Besatzung ab Ende Oktober 1794 zu behaupten wusste.\n\nEr kombinierte zunächst seinen Einzel- und Kommissionshandel mit einem eigenen Wechselgeschäft, gründete 1799 mit Johann Nikolaus Nebel (1752 - 1829), dem höchst besteuerten Bürger in Koblenz und Maire von 1804 - 1808, einen Getreidehandel und heiratete 1801 dessen Tochter Barbara Ludovika (1778 - 1824). Geschäftszentrale wurde 1801 das Haus des ehemaligen kurtrierischen Geheimrats Karl Kaspar von Cohausen (1741 - 1806) in der Löhrstraße 636. Nachdem das linke Rheinufer durch den Frieden von Lunéville 1801 französisch geworden war, intensivierte Deinhard seine Handelsbeziehungen nach Frankreich und in die Niederlande. 1807 schlossen sich die Weinhandlung von Karl Anton Tesche (1778 - 1848) und Deinhards Wein-, Wechsel- und Kommissionsgeschäft unter dem Namen Deinhard & Tesche zusammen. Finanziell waren beide Teilhaber auch an der Gerberei und Lederfabrik von Thilman Josef Nebel (1779 oder 1780 - 1819), einem Schwager Deinhards, in der ehemaligen Abtei St. Thomas bei Andernach beteiligt. Nach der Assoziierung gründete die Firma Deinhard & Tesche eine Niederlassung im rechtsrheinischen Ehrenbreitstein, welches zum Fürstentum Nassau-Weilburg gehörte, und konnte dadurch ihren Handel auch nach Norddeutschland, an den Niederrhein und nach Westfalen ausdehnen. 1815 verlegte Deinhard sein Unternehmen in das heutige Stammhaus in der Neustadt Nr. 1006 neben dem Stadttheater und in unmittelbarer Nähe des Schlosses. Koblenz entwickelte sich damals zur Weinhandelsmetropole des Mittelrheins und die Firma Deinhard & Tesche wurde dank der modernen Kellereiwirtschaft, die den Kommissionshandel zunehmend verdrängte, zum größten Weinhandelsgeschäft der Stadt. Ab 1824 dehnte das Unternehmen seine Exporte nach England aus, nachdem der Rhein-Tourismus die Engländer mit dem Rhein- und Moselwein bekannt gemacht hatte. Am 23. Oktober 1827 starb Johann Friedrich Deinhard nach längerer Krankheit.\n\nNicht nur als Kaufmann und Unternehmer, sondern auch als Mann des liberalen Bildungsbürgertums hatte er sich in seiner Stadt hohes Ansehen erworben. Er hatte in französischer Zeit dem Munizipalrat und in preußischer Zeit dem Stadtrat angehört. Daneben war er Richter am Handelsgericht gewesen. Als Mitglied der von französischen Offizieren ins Leben gerufenen Freimaurerloge \"L'Union désirée\" sowie der 1808 gegründeten \"Casino-Gesellschaft\" als auch im Vorstand der seit 1803 formierten evangelischen Kirchengemeinde hatte er regen gesellschaftlichen Umgang gepflegt. Deinhard hinterließ drei Söhne, die die geschäftliche Nachfolge antraten: August (1806 - 1865) übernahm als Teilhaber zusammen mit Tesche die Geschäftsführung, Carl (1809 - 1850) leitete die Londoner Niederlassung und Friedrich (1812 - 1871) erhielt das Niederlande-Geschäft, das er bis 1844 betrieb. 1834 trat Anton Jordan (1804 - 1890) als Teilhaber in die Firma ein, nachdem Tesche sich mit einer eigenen Sektherstellung selbständig gemacht hatte und zudem erster Präsident der am 20. Mai des selben Jahres eröffneten Koblenzer Handelskammer wurde. Jordan war mit Deinhards jüngster Tochter Luise (1812 - 1852), Friedrich Deinhards Zwillingsschwester, verheiratet. Er hatte 1826 die Grundlage für den Einstieg in die Champagnerherstellung durch Kontakte zur Firma \"Ruinart Père et Fils\" in Reims, der ältesten französischen Champagnerkellerei, gelegt. Doch erst 1843 produzierte auch Deinhard & Jordan eigenen Sekt, um ihn nach England, die Niederlande und Belgien zu exportieren, während Tesche den deutschen Markt belieferte. ---[Biogr. von Brigitte Kramer]" ],
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