Kraemer, Heinrich Adolf / 1798-1876

Geburtsdatum05.04.1798
GeburtsortSankt Ingbert
Sterbedatum27.01.1876
SterbeortQuint 
Beruf oder BeschäftigungUnternehmer 
GND-Sachgruppe | Personen zu...Betriebswirtschaft 
QuellenHeinz Monz: Wohnungsbau und Stadtgestaltung als soziale Aufgabe, Trier 1991, 111-114 | Pionier der Eisenindustrie, in: Trierischer Volksfreund, Nr.89 v. 17.04.1998 | Vera Torunsky: Die Abgeordneten der Rheinischen Provinziallandtage und ihre Stellvertreter 1825-1888, Köln/ Bonn 1998, 267 f. | Werner Schuhn: Der Beginn der Ära Krämer auf der Quint, in: Neues Trierisches Jahrbuch, 1961 ff, 1985, 159-164 | Ders: Quint. Eine Geschichte des Stadtteils und der ehemal Eisenwerke, Trier 1984, 84-86 |
GND-Nummer1051210267
Siehe auchDeutsche Nationalbibliothek (DNB) Deutsche Nationalbibliothek (DNB)
LiteraturLiteratur über Heinrich Adolf Kraemer in der RPB

Datum der letzten inhaltlichen Bearbeitung: 11.07.2006

Biogramm

Fabrikant. - K erwarb 1827 mit seinen Brüdern Philipp und Friedrich die 1683 am unteren Quintbachtal errichtete Eisenschmelze ("die Quint" genannt). K war der Leiter des Unternehmens. Aus der alten Gießhütte mit Hammerwerk wurde bald ein spezialisiertes gemischtes Werk für Schweißeisenschienen. 1843 übernahm K allein das Werk und baute es zu einem Großunternehmen aus. - K wurde 1842 Kreisdeputierter, 1851 Mitglied der Handelskammer Trier und 1833 bzw. 1837 Mitglied des Rheinischen Provinziallandtages, ferner Mitglied der Gesellschaft für nützliche Forschungen zu Trier (vormals: Société des recherches utiles du département de la Sarre à Trèves). Als Aufsichtsratsvorsitzender der Moseldampfschiffahrtsgesellschaft förderte er die Moselschiffahrt. Er errichtete in seiner Firma 1845 eine Kranken- und Hilfskasse für die im Werk (etwa 500) Beschäftigten ein und eine Schule. 1870 erhielt das Werk einen Eisenbahnanschluß Bis 1872 stieg die Zahl der Beschäftigten auf 1200. 1874 gestaltete er die Firma in eine Aktiengesellschaft um. K konnte mit dem Fortschritt der Technik nicht mithalten; 1912 wurde das Werk an eine belgische Firma verkauft und ging zuletzt in das Eigentum der Klöckner-Werke über. Die Eisengießerei wurde noch bis 1972 betrieben. - K wurde durch die Verleihung des Titels "Geheimer Kommerzienrat", des Kronenordens 2. Klasse und des roten Adlerordens 3. Klasse geehrt. Ein Weg im Stadtteil Quint wurde mit seinem Namen benannt. - Das Grundstücksareal wurde v. der Trierer "Wohnungsbau- und Treuhand AG. Gemeinnützige Baugesellschaft (gbt)" erworben, die hier ein soziales Wohnbauprojekt verwirklichte und dazu das sogenannte "Mietkaufmodell" verwirklichte. Das Quinter Schloß wurde restauriert, und im "Herrenhaus" entstand ein Kindergarten. - *Heirat: mit Juliane Henriette Luise Röchling. - ---[Daten übernommen aus: Heinz Monz, in: Monz, Heinz / 1929-2012 (Hrsg.): Trierer Biographisches Lexikon. - Trier : Wissenschaftlicher Verlag, 2000. - ISBN 3-88476-400-4]