Koeler, Julius Friedrich / 1804-1847

Varianter NameKoeler, Júlio Frederico / 1804-1847
Geburtsdatum16.06.1804
GeburtsortMainz, Kreisfreie Stadt 
Sterbedatum21.11.1847
SterbeortPetrópolis
WirkungsortMainz, Kreisfreie Stadt  | Petrópolis | Rio de Janeiro
Beruf oder BeschäftigungArchitekt  | Ingenieur 
GND-Sachgruppe | Personen zu...Architektur. Bautechnik 
In Beziehung stehende PersonPeter / II. / Brasilien, Kaiser / 1825-1891
QuellenNöthen, Andreas: Ein Mainzer baut des Kaisers Residenz, in: Allgemeine Zeitung / Ausg. Bad Kreuznach, vom 06.01.2017, S. 14 | Nöthen, Andreas: Rheinhessischer Fleck im Urwald, in: Allgemeine Zeitung / Ausg. Bad Kreuznach, vom 06.01.2017, S. 14 | http://de.wikipedia.org/wiki/Julius_Friedrich_Koeler  (Stand: 07.12.2017) | http://hallorio.de/tag/petropolis-julius-friedrich-koeler/  (Stand: 08.12.2017) | Leuthold, Ruedi: Heimatlos im Paradies, in: Die Zeit online, 07.02.2013 (= http://www.zeit.de/2013/07/Stefan-Zweig-Petropolis-Brasilien ; Stand: 08.12.2017) |
GND-Nummer116286202
Siehe auch Hessische Biografie |  Wikimedia Commons | Deutsche Nationalbibliothek (DNB) Deutsche Nationalbibliothek (DNB) |  Wikipedia-Personenartikel
LiteraturLiteratur über Julius Friedrich Koeler in der RPB

Datum der letzten inhaltlichen Bearbeitung: 07.12.2017

Biogramm

Sohn eines Botanikers und Arztes; geboren im damals französisch besetzten Mainz; bis 1825 Ingenieur-Offizier im preussischen Heer, ausgebildet im Festungsbau; 1828 ging er als Oberleutnant des brasilianischen "Corpo de Estrangeiros" zur dortigen Armee; 1830 wurde das vorwiegend von Deutschen besetzte Ausländerkorps aufgelöst; Koeler beantragte seine Einbürgerung, wechselte einstweilen zur Zivilverwaltung der Provinz Rio de Janeiro und half beim Aufbau der Infrastruktur; 1830 Heirat mit einer Brasilianerin, 1 Sohn; 1833 Einbürgerung und Rückkehr zur Armee; 1837 Ingenieurhauptmann; 1842 Major; 1843 wurde er in die Dienste von Kaiser Dom Pedro II. berufen, um ihm eine Sommerresidenz samt umliegender Stadt zu bauen; Koeler stimmte nur unter der Bedingung zu, daß keine Sklaven eingesetzt würden; er plante daraufhin die Stadt Petrópolis im Hinterland von Rio nach neuartigen Prinzipien, u.a. was die Eingliederung der zahlreichen Flüsse und Bäche in das Stadtgebiet anging; zum Bau wurden 600 deutsche Handwerker samt ihren Familien angeworben, die ab 1845 in Petrópolis eintrafen; den Siedlervierteln gab er Namen wie: "Simmeria", "Bingen", "Ingelheim", "Mosella"; ein zeitgenössischer Besucher berichtete über Koelers Korruption und über seine sexuellen Übergriffe auf Frauen; Koeler selbst konnte nur das Stadtzentrum verwirklichen; er starb durch einen Unfall bei einem Schützenfest (es gab dabei auch Mordgerüchte); Petrópolis hat heute 320.000 Einwohner und 3 Universitäten; zahlreiche Straßen, Plätze und Gebäude sind nach Koeler benannt; die Stadt ist noch immer von der deutschen Einwanderung gepägt, so z.B. durch das "Bauernfest" mit 200.000 Besuchern im Jahr 2016, durch Kegelclubs und Gesangvereine; Stefan Zweig floh vor den Nazis nach Petrópolis, schrieb dort die "Schachnovelle" und verübte Suizid