| Varianter Name | Jostock, Paul |
| Geburtsdatum | 17.12.1895 |
| Geburtsort | Köwerich |
| Sterbedatum | 24.04.1965 |
| Sterbeort | Stuttgart |
| Beruf oder Beschäftigung | Sozialökonom | Publizist |
| GND-Sachgruppe | Personen zu... | Volkswirtschaft. Wirtschaftswissenschaften | Öffentliche Verwaltung |
| Werke in Auswahl | ¬Der¬ Ausgang des Kapitalismus. Ideengeschichte seiner Überwindung, München/Leipzig 1928 | ¬Der¬ deutsche Katholizismus und die Überwindung des Kapitalismus. Grundzüge der Soziallehre und Sozialreform, Freiburg i. Brsg. 1946 | ¬Die¬ sozialen Rundschreiben Rerum novarum und Quadragesimo anno, Freiburg i.Brsg. 1948 | Krisis der Sozialpolitik, Stuttgart 1952 | ¬Das¬ Sozialprodukt und seine Verteilung, Paderborn 1955 | |
| Quellen | Jürgen Wichmann: Erben gesucht | Nachruf auf Paul J und die Kompromißlosigkeit seiner Thesen, in: test | Studentenzeitschrift Nr.2/1965, 14-16 | Kommende, in: Sozialinstitut des Erzbistums Paderborn, Dortmund | Franz Lorenz: Nachruf, in: Echo der Zeit Nr.30 v. 25.07.1965. |
| GND-Nummer | 117199656 |
| Siehe auch | Biographien der NDB | |
| Literatur | Literatur über Paul Jostock in der RPB |
Sozialökonom und Publizist. - J stammt aus einer angesehenen, religiösen Winzerfamilie. Nach einer familiären Überlieferung soll zu seinen Vorfahren eine Hausangestellte gehört haben, die in der elterl. Familie v. Karl Marx in Trier tätig war und dort schwanger wurde; J soll dies gewußt haben. - 1920-1923 Studium der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Köln, München, Würzburg und Freiburg i.Brsg. 1923 wurde J Assistent bei Götz Briefs, 1927 wissenschaftl. Hilfsarbeiter beim Statistischen Reichsamt, dort 1928 Hilfsreferent und 1931 Regierungsrat. 1930-1933 war J zugleich Referent für Öffentl. Finanzen beim Institut für Konjunkturforschung Berlin. Wegen seiner Weigerung, der NSDAP oder einer ihrer Organisationen beizutreten, bekam J erhebl Schwierigkeiten: er wurde v. Beförderungen ausgeschlossen, und Neuauflagen und Verkauf seiner Bücher wurden trotz internationaler Nachfrage verboten und eine Habilitation verzögert. Doch wegen seiner einzigartigen Kenntnis der Statistik des Volkseinkommens wurde er nicht entlassen. Gegen Ende des Krieges versteckte er sich im Schwarzwald. Nach Gründung des Landes Baden-Württemberg wurde J dort Präsident des Statistischen Landesamtes. - J vertrat den gesellschaftspolit. Gedanken der Entproletarisierung des breiten Volkes durch Miteigentum und damit Mitbestimmung über das Kapital. Er erklärte es 1955 in einer Schrift des Zentralkomitees der deutschen Katholiken zum Skandal, daß die Chance einer solchen Reform beim Wiederaufbau vertan worden sei. Eigenverantwortung und Eigenvorsorge durch eigenes Sparen und Eigentum stellte J gegen Sparzwang und Kollektivvorsorge. Dazu forderte er die Mitwirkung der Arbeitnehmerschaft. - ---[Daten übernommen aus: Jürgen Wichmann, in: Monz, Heinz / 1929-2012 (Hrsg.): Trierer Biographisches Lexikon. - Trier : Wissenschaftlicher Verlag, 2000. - ISBN 3-88476-400-4]