| Geburtsdatum | 21.03.1913 |
| Geburtsort | Kaisersesch, Stadt |
| Sterbedatum | 28.11.1997 |
| Sterbeort | Köln |
| Beruf oder Beschäftigung | Journalist |
| GND-Sachgruppe | Personen zu... | Rundfunk. Neue Medien |
| Werke in Auswahl | Welt im Doppelspiel, 1966 | Knast oder Galgen, 1975 | Spätlese, Echo der Jahre, 1983 | So kam ich unter die Deutschen, 1988 |
| Quellen | Das hat W.H. nicht verdient, in: Rhein-Zeitung, Ausgabe D (Cochem-Zell) v. 20.1.1988 | Zwei, die voneinander nicht lassen, in: Rhein-Zeitung, Ausgabe D (Cochem-Zell) v. 7.2.1993 | Horky, Der Kontakt in die Eifeler Heimat riss nie ab, in: Rhein-Zeitung, Ausgabe D (Cochem-Zell) v. 28.11.1997 | Mitteilungen des Internationalen Biograph. Archivs v. 17.4.2002 | http://de.wikipedia.org/wiki/Werner_H%C3%B6fer (Stand: 06.12.2011) |
| GND-Nummer | 118551884 |
| Siehe auch | Wikimedia Commons | |
| Literatur | Literatur von Werner Höfer in der RPB | Literatur von Werner Höfer in BiblioVino |
Abitur 1932 am damaligen Altsprachlichen Gymn. in Mayen, er studierte in Köln Philosophie, Geschichte u. Theater- u. Zeitungswissenschaften. Seine Berufslaufbahn begann W.H. als Redakteur in Köln ("Der Neue Tag") und in Berlin ("B.Z"; "Koralle" u. "Signal"). 1933 schloss er sich als Zwanzigjähriger der NSDAP an. Ab 1941 war er Journalist im Ministerium Speer. Von 1946/61 war er Leiter der aktuellen Abteilung beim NWR u. WDR. 1964/77 Direktor des Dritten Fernsehprogramms, ab 1972 Fernsehdirektor des WDR. Berühmt wurde er als Moderator der von ihm konzipierten journalistischen Diskussionsrunde am Sonntagvormittag, dem "Internationalen Frühschoppen". Diese Sendung wurde erstmals 1952 im Hörfunk, später im Fernsehen gesendet. 1970 wurde H. zum bekanntesten u. beliebtesten politischen Journalisten gekürt. Er hat sich aber nicht nur in zahlreichen Fernseh- u. Radiosendungen, sondern auch in deutschen u. ausländischen Zeitungen u. Zeitschriften sowie als Herausgeber zeitkritischer Bücher einen Namen gemacht. Das Ende seiner Karriere war abrupt, als er 1988 vom WDR entlassen wurde. Grund: Der "Spiegel" hatte Dokumente über seine journalistische Propagandatätigkeit in der NS-Zeit veröffentlicht. Seine letzten Lebensjahre verbrachte der fast völlig Erblindete zurückgezogen in seinem Haus auf Sylt. Auszeichnungen: Wiederholt "Goldener Bildschirm", "Goldene Kamera" 1972, Adolf-Grimme Preis 1967 u. 1982. Großes Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland 1973 u. Eduard-Rhein-Ring, Deutscher Weinkulturpreis 1977. ---[Daten übernommen aus: Friderichs, Alfons / 1938-2021 [Hrsg.]: Persönlichkeiten des Kreises Cochem-Zell. Trier, Kliomedia : 2004. ISBN 3-89890-084-3 / Verf. dieses Artikels: Birgit Meier]
Der Hinauswurf Höfers beruhte u.a. auf einem Artikel, der am 20.09.1943 in der Zeitung "Das 12-Uhr-Blatt" erschienen war; darin rechtfertigte er die Hinrichtung des Pianisten Karlrobert Kreiten wegen "Wehrkraftzersetzung" am 07.09.1943.
Als Sohn eines Straßenbaumeisters wurde Werner Höfer im rheinland-pfälzischen Kaisersesch geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Mayen studiert er in Köln Philosophie, Geschichte, Theater- und Zeitungswissenschaften. 1938 beginnt Höfer seine journalistische Laufbahn als Redakteur von "Der Neue Tag", einer großen Morgenzeitung in Köln. Bald wechselt nach Berlin und schreibt für die "BZ am Mittag" und die Zeitschrift "Koralle" (Kochstraße 22-26). Das Ende des Krieges erlebt Höfer in amerikanischer Gefangenschaft. - Nach seiner Entlassung verfasst Werner Höfer zunächst Theaterkritiken für den Rheinischen Merkur, fokussiert sich aber bald auf Rundfunk und Fernsehen. Höhepunkt seiner Karriere ist zweifellos die am 6. Januar 1952 erstmals - damals noch im WDR-Radio - ausgestrahlte Sendung "Internationaler Frühschoppen". Hier kamen Journalisten, sehr selten Journalistinnen, aus der ganzen Welt zusammen und diskutierten immer am Sonntagmittag mit ihm aktuelle politische Themen. Schon nach einem Jahr wechselt die Sendung ins bundesweite ARD-Fernsehen. Servierdamen reichen Wein, viele der Gäste und auch der Gastgeber rauchen ausgiebig. 1964 wird Werner Höfer zudem Leiter des neuen regionalen Fernsehprogramms des WDR (3. Programm), 8 Jahre später WDR-Fernsehdirektor. - 34 Jahre lang kommt Werner Höfer mit seinem Frühschoppen jeden Sonntag um 12 Uhr in die Wohnungen der Menschen, was ihn zum damals wohl bekanntesten Journalisten Deutschlands macht. Auch über seine Verrentung 1977 hinaus behält er seinen Frühschoppen bei. Höfer kann nicht ahnen, mit welchem Knall seine Karriere enden wird. - 1987 veröffentlicht "Der Spiegel" nämlich einen Bericht zu Werner Höfers Schaffen im Nationalsozialismus. Er hatte 1943 nicht nur einen hetzerischen Beitrag über die Hinrichtung des Pianisten Karlrobert Kreiten verfasst, sondern war 1941 Pressereferent der Organisation Todt, anschließend Pressereferent im NS-Rüstungsministerium und Autor für die NS-Zeitung "Das Reich". Zudem trat Höfer bereits im März 1933 in die NSDAP ein. - Werner Höfer verzichtet eher widerwillig auf die Moderation seines Frühschoppens. Auch wenn er anschließend noch als Moderator bei öffentlichen Diskussionsveranstaltungen auftritt, endet sein erfolgreiches Berufsleben schmählich. Im Feriendomizil seiner Familie auf Sylt stirbt Werner Höfer 1997 im Alter von 84 Jahren. ---[Biogr. übernommen aus: Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer in Berlin ... ein Projekt der Vertretung des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund. Berlin : Vertretung des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund, 2022 (1 Online-Ressource)]