Stein, Karl vom und zum / 1757-1831

Varianter NameVomStein, Heinrich Friedrich Karl / 1757-1831 | VomStein, ... / 1757-1831 | VomStein, Carl / 1757-1831 | VomStein, Karl / 1757-1831 | Stein, ... ¬de¬ / 1757-1831 |
Geburtsdatum26.10.1757
GeburtsortNassau, Stadt 
Sterbedatum29.06.1831
SterbeortCappenberg
Beruf oder BeschäftigungPolitiker 
GND-Sachgruppe | Personen zu...Politiker und historische Persönlichkeiten 
WerkeMonumenta Germaniae Historica, 1826
QuellenKoblenzer Köpfe, 2005 | Rhein-Zeitung, Ausg. CA. - (2007), vom 31.10., Beilage
GND-Nummer118617273
Siehe auch Tripota - Trierer Porträtdatenbank |  Digitaler Portraitindex - Alle Personen |  Hessische Biografie |  Biographien der NDB |  Biographien der ADB |
LiteraturLiteratur von Karl vom und zum Stein in der RPB | Literatur über Karl vom und zum Stein in der RPB

Datum der letzten inhaltlichen Bearbeitung: 02.08.2022

Biogramm

Studium; Kammerherr am Hof Friedrichs des Großen; 1780 Eintritt in den preußischen Staatsdienst; 1796 Oberpräsident der westfälischen Kammern; 1784 Direktor der westfälischen Bergämter; 1804 preußischer Finanz- und Wirtschaftsminister; 1806 Denkschrift zur Reform der obersten Staatsbehörden; 1807 nach kurzzeitiger Entlassung auf Drängen Napoleons wieder in den Staatsdienst berufen; Innenminister von Preußen; verwirklicht Reformen im preußischen Staat, unter anderem die Bauernbefreiung; 1808 nach Prag geflüchtet; 1812 als Berater von Zar Alexander I. tätig; 1813 Aufruf zum Aufstand gegen Napoleon; 1815 Teilnahme am Wiener Kongress; Umzug nach Kappenberg in Westfalen, wo er 1819 die Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde gründete; ab 1826 Herausgabe der "Monumenta Germaniae Historica"; Mitglied des Staatsrates; Präsident des westfälischen Provinziallandtages.

Biogramm / alternativ

Heinrich Friedrich Karl Freiherr vom und zum Stein entstammt einem alten Adelsgeschlecht, das die Burg bei Nassau bewohnte und weitere Güter an Lahn, Rhein, Mosel und Ahr besaß. Obwohl Karl das neunte von zehn Kindern war und zwei ältere Brüder hatte, wurde er als Familienerbe eingesetzt. - Zunächst studierte er einige Semester Rechtswissenschaften in Göttingen. Statt eines Examens führten ihn Bildungsreisen nach Wien, Ungarn, Frankreich und später England, wo er sich mit Bergbau und Verhüttung vertraut machte. Durch die verwandtschaftlichen Verbindungen zum preußischen Bergbau- und Industrieminister Heynitz trat Stein 1780 als dessen Mitarbeiter in den Staatsdienst ein. 1784 war er bereits Direktor der westfälischen Bergämter, wechselte 1787 in die allgemeine Verwaltung und wurde 1793 Oberpräsident aller Verwaltungsbehörden in den westlichen Teilen Preußens, also preußischer Statthalter im Westen. In diesem Jahr heiratete er auch Wilhelmine Gräfin von Wallmoden-Gimborn, mit der er später zwei Töchter hatte. 1804 wurde Stein als preußischer Finanz- und Wirtschaftsminister nach Berlin berufen, wo er am Festungsgraben 1 wohnte. - Schon früh rief er dazu auf, den preußischen Staat durch Gebiets-, Verfassungs- und Verwaltungsreformen leistungsfähiger zu machen, um die nationale Unabhängigkeit vom napoleonischen Frankreich zu sichern. Im Januar 1807 fiel er beim preußischen König Friedrich Wilhelm III. in Ungnade, weil er auf harsche Weise die adligen Kabinettsräte angegriffen hatte. Nach seiner Entlassung fasste er seine politischen Vorstellungen in der "Nassauer Denkschrift" zusammen. - Im Juli 1807 holte der König Stein als leitenden Minister nach Berlin zurück. Mit seinem Namen sind Reformen im Regierungssystem, im Behördenwesen, in der Sozialstruktur, im Militär und im öffentlichen Unterricht Preußens verbunden. Herausragende Maßnahmen sind die so genannte Bauernbefreiung (die Bauern wurden zwar persönlich frei, nicht aber von herrschaftlichen Lasten und Diensten befreit) und die preußische Ständeordnung von 1808. - Ende diesen Jahres wurde Napoleon ein kompromittierender Brief Steins in die Hände gespielt, worauf ihn der König entlassen musste. Napoleon sprach die Acht über Stein aus, der floh außer Landes. Sein Reformwerk blieb ein Torso und wurde seit 1810 mit veränderter Zielsetzung von Karl August von Hardenberg fortgeführt. 1812 berief Zar Alexander Stein zum Berater, er wurde Mitorganisator und Motor des von Russland ausgehenden Befreiungskampfes gegen Napoleon. - 1819 gründete Stein die "Gesellschaft für Deutschlands ältere Geschichtskunde" und begann Φ zum großen Teil aus eigenen Mitteln Φ die bis heute fortgeführte Sammlung der deutschen Geschichtsquellen des Mittelalters (Monumenta Germaniae Historica) herauszugeben. Stein starb im Alter von 73 Jahren auf seinem Gut in Cappenberg und wurde auf dem Familienfriedhof in Frücht (bei Bad Ems) beigesetzt. ---[Biogr. übernommen aus: Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer in Berlin ... ein Projekt der Vertretung des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund. Berlin : Vertretung des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund, 2022 (1 Online-Ressource)]