| Geburtsdatum | 1271 |
| Geburtsort | Womrath |
| Sterbedatum | 1287 |
| Sterbeort | Oberwesel, Stadt |
| Beruf oder Beschäftigung | Heiliger |
| GND-Sachgruppe | Personen zu... | Kirche |
| Quellen | Schmandt, Matthias: Der gute Werner von Oberwesel, in: Internetportal Rheinische Geschichte (= https://bit.ly/2N7nvX2 ; Stand: 17.06.2020) | Judith, Hannah u. Zöll, Annika: Der vermeintliche "Märtyrer" Werner von Oberwesel, in: Histrhen - Rheinische Geschichte wissenschaftlich bloggen, 01.07.2019 (= http://histrhen.landesgeschichte.eu/2019/07/werner-von-oberwesel/ ; Stand: 17.06.2020) | https://de.wikipedia.org/wiki/Werner_von_Oberwesel (Stand: 17.06.2020) | Aring, Paul Gerhard: Werner von Oberwesel, in: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon Band XIII, Herzberg 1998, Spalten 837-838 (= https://www.bbkl.de/public/index.php/frontend/lexicon/W/We/werner-von-oberwesel-73105 ; Stand: 17.06.2020) | Hunsrücker Biographie, Loseblattausgabe (2003-), 2008 |
| GND-Nummer | 118767070 |
| Siehe auch | Biographien der ADB | |
Im April 1287 wurde die verstümmelte Leiche eines jungen Tagelöhners, genannt Werner von Oberwesel oder Werner von Bacharach, bei Bacharach gefunden; daraufhin verbreiteten sich Gerüchte, Werner sei von Oberweseler Juden, die ihn angeworben hätten, gefoltert und ermordet worden; außerdem wurden dem Leichnam Wunderheilungen und Zeichen nachgesagt, die auf Heiligkeit hinzudeuten schienen; möglicherweise war der damalige Pfarrer von Bacharach, Heinrich von Crumbach, dafür verantwortlich, der sich durch einen "neuen Heiligen" aufwerten wollte; die Stimmung resultierte in Massenmorden und Pogromen an Juden im ganzen Mittelrhein- und Moselgebiet; obwohl Juden schon zuvor Ritualmorde unterstellt worden waren, war dies einer der ersten Märtyrerkulte, die für den Antijudaismus instrumentalisiert wurden; sofort entstand v.a. in Bacharach und Oberwesel ein lukrativer Heiligenkult um Werner, der immer wieder auch antijüdische Ausfälle hervorrief; Pfalzgraf Ludwig "der Strenge" (1229-1294) war einer der ersten Werner-Verehrer und stiftete ihm zu Ehren noch im Jahr 1287 das Kloster Fürstenthal; in Womrath, Bacharach und Oberwesel wurden Wernerkapellen erbaut; 1429 wurde er als Trierer Diözesan-Heiliger kanonisiert; die Kanonisierung wurde 1963 wieder aufgehoben; galt als Patron der Winzer; der "Gute Winzerknabe Werner" gilt am Mittelrhein als einer der sieben "Weinheiligen"