| Varianter Name | Reichensperger, August / Politiker |
| Geburtsdatum | 22.03.1808 |
| Geburtsort | Koblenz, Kreisfreie Stadt |
| Sterbedatum | 16.07.1895 |
| Sterbeort | Köln |
| Wirkungsort | Koblenz, Kreisfreie Stadt | Trier, Kreisfreie Stadt | Köln |
| Beruf oder Beschäftigung | Richter | Jurist | Politiker |
| GND-Sachgruppe | Personen zu... | Recht | Politiker und historische Persönlichkeiten |
| In Beziehung stehende Person | Reichensperger, Peter Franz | Knoodt, Peter |
| Werke | Beleuchtung der Schrift: Andeutungen über den Entwurf eines Rhein. Provincial-Gesetzbuches, v. einem Rheinländer, Koblenz 1834 | ¬Die¬ christl-germanische Baukunst und ihr Verhältnis zur Gegenwart, Trier 1845 | Einige Worte über den Dombau zu Köln, v. einem Rheinländer an seine Landsleute gerichtet, Koblenz 1840 | Bibliographie bei Ludwig Pastor: August R 1808-1895, 2 Bde, Freiburg i.Brsg. 1899, Band 2, 449-474 |
| Quellen | Hans-Jürgen Becker: August R, in: Rheinische Lebensbilder, 16 Bde., 1961 ff, Band 10, Köln 1985, 141-158 | Heinrich Best, Wilhelm Weege: Biographisches Handbuch der Abgeordneten der Frankfurter Nationalversammlung 1848/49, Düsseldorf 1996, S. 376 | Guido Groß: Trierer Geistesleben unter dem Einfluß v. Aufklärung und Romantik (1750-1850), Trier 1956, 154-162 | Jürgen Herres: städtisch. Gesellschaft und kathol. Vereine im Rheinland 1840-1870, Essen 1996 | Franz Xaver Kraus: R, in: Essays, Band 2, Berlin 1901, 365-426 | |
| GND-Nummer | 118788191 |
| Siehe auch | Biographien der NDB | Biographien der ADB | |
| Literatur | Literatur von August Reichensperger in der RPB | Literatur über August Reichensperger in der RPB |
Richter. - 1827-1829 Jurastudium in Bonn, Heidelberg und Berlin. 1830-1832 Auskultator in Münster und Koblenz. 1832-1841 Referendar bzw. Assessor ebd. und 1841-1844 am Appellationsgerichtshof in Köln. Als Landgerichtsrat v. Mai 1844-Juli 1848 in Trier - Neben Mitarbeit in verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften fiel R in den 1830er Jahren durch Schriften zur Verteidigung des rheinischen Rechts auf. Studienreisen begeisterten ihn für die mittelalterliche Kunst. In Trier engagierte er sich für die Erforschung und Erhaltung der christlichen Bauwerke an Mosel und Rhein. 1846 wurde R v. der "Société française d'archéologie pour le conservation des monuments" in Trier geehrt. 1842 wandte R sich der katholischen Erneuerungsbewegung zu und wurde 1844 Mitbegründer des Borromäusvereins. Mit anderen betrieb er die Gründung des "Trierischen Intelligenzblattes", gerichtet gegen die freisinnige Trierische Zeitung. 1848 schloß er sich zunächst dem konstitutionellen Programm Friedrich Zells an, um dann zuletzt erfolglos auf einer eigenen katholisch-konstitutionellen Liste in Trier zu kandidieren. Gewählt wurde er als Mitglied der preussischen Nationalversammlung im Mai 1848 für den Wahlkreis Bernkastel und im Wahlkreis Euskirchen-Bergheim als Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung, außerdem als Stellvertreter in Cochem und Aachen-Land. - 1848 wurde er Kammerpräsident am Landgericht Köln. 1849 schied er nach dem Scheitern der großdeutschen Lösung aus der Frankfurter Nationalversammlung aus. Seine große Karriere als führender katholischer Politiker und Parlamentarier begann 1851; er war 1851-1853, 1870-73 und 1879-85 Mitglied des preussischen Abgeordnetenhauses und 1878-1884 Mitglied des Reichstages. Mit seinem Bruder Peter R gründete er 1870 die Zentrumspartei. 1858 war R Präsident des Katholikentages in Köln und 1894 Ehrenpräsident. - Beim Ausscheiden aus dem (45jährigen) Richterdienst erfuhr er keine Würdigung seitens der Regierung, jedoch Ehrungen ausländischer Universitäten; drei rheinische Städte ernannten ihn zum Ehrenbürger [u.a. Koblenz]. Die Stadt Trier benannte 1961 eine Straße nach ihm. - *Heirat: 1842 mit Clementine Simon. ---[Daten übernommen aus: Heinz-Günther Böse, in: Monz, Heinz / 1929-2012 (Hrsg.): Trierer Biographisches Lexikon. - Trier : Wissenschaftlicher Verlag, 2000. - ISBN 3-88476-400-4]
Sohn von Franz Joseph Reichensperger und seiner Frau Margaretha Johanna Theresia, geb. Knoodt; Vetter von Peter Knoodt; R. war mit Clementine Simon verheiratet