| Geburtsdatum | 29.03.1902 |
| Geburtsort | Frankfurt am Main |
| Sterbedatum | 08.03.1990 |
| Sterbeort | Bellinzona |
| Wirkungsort | Frankfurt am Main | Paris | Verscio | Gau-Algesheim, Stadt |
| Beruf oder Beschäftigung | Maler |
| GND-Sachgruppe | Personen zu... | Malerei. Zeichnung. Graphik |
| Werke in Auswahl | Radierungen, Lithographien, Ölbilder, Graphiken, Zeichnungen, Aquarelle, Linolschnitte, Materialcollagen | Max Beckmanns Frankfurter Schüler 1925-1933, Karmeliter Kloster, Frankfurt/Main, 1980; Widerstand statt Anpassung, Elefanten Press Verlag, Berlin, 1980 | Marlene Decker-Janssen: Nachträgliches, ein Künstler im Exil, Benteli Verlag, Bern, 1986 | Künstler in Les Milles, Deutsch-sprachige bildende Künstler im Internierungs- und Deportationslager Les Milles 1939-1942, Angelika Gausmann, Verlag Ch. Möllmann, Paderborn, 1995 |
| Quellen | Hagen, Friedrich, Leo Maillet, Radierer und Maler, Verscio, 1966 | Leo Maillet: Bilder, Skizzen und Notizen eines Frankfurter Malers. Verlag Erasmus-Mainz, Mainz 1994 | Schulz, Ernst Ludwig: Ausstellung Leo Maillet 1902 - 1990, Skizzen, Bilder und Radierungen, in: Heimatbeilage, Blätter für Kultur- und Heimatpflege, Beilage des Amtsblattes der Verbandsgemeinde Gau-Algesheim, Nr. 11/ 1994 | Erich Hinkel: Leo Maillet. Ein Leben das sich zwischen Miseren, Glücksfällen und Wunderartigem abgespielt hat, in: Sachor. Beiträge zur Jüdischen Geschichte und zur Gedenkstättenarbeit in Rheinland-Pfalz, 1996, Heft 11, S. 61-69 | http://www.leo-maillet.de (Stand: 15.10.2018) | |
| GND-Nummer | 118873857 |
| Siehe auch | GND identifiers in the project regionalgeschichte.net (biographies) | Hessische Biografie | |
| Literatur | Literatur über Léo Maillet in der RPB |
Geboren als einziger Sohn des jüdischen Kaufmanns Eduard Mayer und dessen Frau Elisabetha "Betty", geb. Nathan, die am 5. Januar 1875 in Gau-Algesheim geboren, 1941 von Frankfurt nach Riga deportiert und dort ermordet wurde; Bank- und Kaufmannslehre in Frankfurt; Reisen ins Tessin und nach Paris, die in illustrierten Reiseberichten verarbeitet und publiziert wurden; 1925 Eintritt in Frankfurter Kunstschule bei Prof. Franz Karl Dellavilla, dem Leiter der Lithographenklasse; 1930 Eintritt in die Meisterklasse von Max Beckmann an der Kunstschule am Städel-Museum; 12. Juni 1932 Tod des Vaters; Unterbrechung des Kunststudiums wegen Übernahme des väterlichen Damenhutgeschäftes in der Schäfergasse; Beginn einer Fotografenlehre; 1934 wurde das väterliche Geschäft beschlagnahmt; die Mutter löste die Frankfurter Wohnung auf und zog zur Großmutter nach Gau-Algesheim; Leopolds Bindung an die Großeltern und die rheinhessische Landschaft zeigte sich in frühen Radierungen wie "Gewitter am Rhein", "Bahndamm zwischen Gau-Algesheim und Ingelheim", "Landschaft bei Gau-Algesheim" oder "Spargelfelder am Rhein"; ab 1934 Auswanderungsversuche nach Luxemburg, England, Belgien und Frankreich; zeitweilig Rückkehr nach Frankfurt; bei Kriegsbeginn Internierung in Frankreich; Flucht, Verhaftung und Internierung in den Lagern von Les Milles und Rivesaltes; flüchtete 1942 erneut, gelangte ins unbesetzte Frankreich, lebte als Hirte in den Cevennen und nannte sich mit einem französischen Pass Léo Maillet; 1943 zerstörte die Gestapo in der Pariser Vorstadt Vanves über 100 Kupferplatten und 100 Ölbilder von Maillet; 1944 gelang ihm die Flucht in die Schweiz; Neubeginn, erlernte an den Gewerbeschulen von Basel und Lausanne Typographie und Bühnenbild; erhielt 1968 das Schweizer Bürgerrecht in Molinazzo di Monteggio und wurde in Verscio sesshaft; das Museo d'Arte Mendrisio/Tessin präsentierte 1989 den ersten Rückblick auf das Gesamtwerk des Künstlers. ---[Text von Norbert Diehl (per Email am 15.10.2018)]