Mosellanus, Petrus / 1493-1524

Varianter NameSchade, Peter / 1493-1524 ¬[Geburtsname]¬ | Protegensis, Petrus / 1493-1524
Geburtsdatum01.03.1493
GeburtsortBruttig-Fankel 
Sterbedatum19.04.1524
SterbeortLeipzig
Beruf oder BeschäftigungHochschullehrer 
GND-Sachgruppe | Personen zu...Bildung. Erziehung 
In Beziehung stehende PersonErasmus, Desiderius / 1469-1536 (Erasmus von Rotterdam) | Luther, Martin
WerkePaedologia in puerorum usum conscripta, Leipzig 1518 | Praeceptiuncula de tempore studiis impartiendo, Leipzig 1521, Tabulae de schematibus et tropis, Frankfurt 1516. In seinem Heimatort Bruttig wurde die Schule u. eine Straße nach ihm benannt u. 1969 eine Gedenkstätte eröffnet.
QuellenStollenwerk, Alexander: Landeskundl. Vierteljahresblätter, Sonderhefte 1968 bis 1974/75: Kurzbiograph. vom Mittelrhein u. Moselland, S. 351 | Schober, P.M, Koblenz 1979 | Gattow, Der Mosel-Humanist Petrus Mosellanus aus Bruttig, in: Heimatjahrbuch des Kreises Cochem Zell, 1988, S. 102/6 | Schommers, Gemeinde Bruttig-Fankel, ( = Rheinische Kunststätten 371), Köln 1992, 4 | ders. P.M. aus Bruttig, in: Heimatjahrbuch des Kreises Cochem Zell, 1993, 117/22 u. 2002, 46 u. 2009, 124/6 |
GND-Nummer118928171
Siehe auch Tripota - Trierer Porträtdatenbank |  Digitaler Portraitindex - Alle Personen |  Biographien der NDB |  Biographien der ADB |  Germania Sacra Personendatenbank |
LiteraturLiteratur über Petrus Mosellanus in der RPB

Datum der letzten inhaltlichen Bearbeitung: 16.12.2010

Darstellung von Mosellanus, Petrus

Bildquelle: Henr. Scholtz | Wikimedia Commons | CC BY-SA 4.0

Biogramm

Er war eines der 14. Kinder des Winzers, Barbiers u. Krämers Johann Sch. - Er besuchte auf Kosten seines Onkels, da sein Vater früh gestorben war, zunächst die Schule in Beilstein, da hier der Onkel wohnte; über ein Stipendium als Chorknabe im Trierer Dom ging er auf die Schulen in Luxemburg u. Limburg sowie die Schule der Brüder vom gemeinsamen Leben in Trier (Stift St. German). Von 1509/13 studierte er an der Universität zu Köln u. ging als Griechischlehrer nach Freiberg in Sachsen. 1515 kam er, empfohlen von Erasmus v. Rotterdam, an die Universität Leipzig. Hier seit 1518 Professor für griechische Sprache. Der bedeutendste "Graecist" seiner Zeit wurde 1520 u. 1523 Rektor der Universität Leipzig u. Mitglied des Großen Fürstenkollegiums. Zuvor hatte er als Moderator, wenngleich ohne den gewünschten Erfolg, im Juni/Juli 1519 die Disputation zwischen Martin Luther, Karlstadt (Andreas Bodenstein) u. Johann Eck (Maier) geleitet. In dem Brief den er über "Die Leipziger Disputation" schrieb, ist die älteste Charakterisierung Martin Luthers enthalten. Nach der Disputation reiste P.Sch. an die Mosel um dem Kurfürsten Richard v. Greiffenklau (1511/31) Bericht zu erstatten. Seine Haltung zur Reformation ist unklar; obwohl er vielen ihrer Anhänger nahe stand, hat er sich nie entschieden für sie ausgesprochen. Außer als Lehrer u. Schriftsteller war P.Sch. auch als Herausgeber u. Übersetzer rege tätig. So veröffentlichte er den "Plutos" des Aristophanes u. übersetzte Basilus, Gregor v. Nazianz, Isokrates, Lucian u. Theokrit. Dieses "helle Licht der Wissenschaft" erlosch schon 1524, begraben wurde er in der Nikolaikirche in Leipzig. ---[Daten übernommen aus: Friderichs, Alfons / 1938-2021 [Hrsg.]: Persönlichkeiten des Kreises Cochem-Zell. Trier, Kliomedia : 2004. ISBN 3-89890-084-3]

Biogramm / alternativ

Verwandt mit Peter Schade (Ende 15. Jh.-1549) aus Bruttig?