| Varianter Name | Egbert / Erzbischof / 950-993 | Egbert / Trier, Erzbischof / 950-993 | Egbert / de Hollande / 950-993 | Egbert / von Trier / 950-993 | Ecbertus / Treverensis / 950-993 | |
| Geburtsdatum | 950 [?] |
| Geburtsort | Egmond [?] |
| Sterbedatum | 08.12.993 |
| Sterbeort | Trier, Kreisfreie Stadt |
| Wirkungsort | Trier, Kreisfreie Stadt |
| Beruf oder Beschäftigung | Erzbischof |
| GND-Sachgruppe | Personen zu... | Kirche | Politiker und historische Persönlichkeiten |
| GND-Nummer | 119175223 |
| Siehe auch | Biographien der NDB | Biographien der ADB | Germania Sacra Personendatenbank | Wikimedia Commons | |
| Literatur | Literatur über Erzbischof Egbert / Trier in der RPB |
Egbert wurde um 950 als jüngster Sohn des Grafen Dietrich II. von Holland und seiner Frau Hildegard von Flandern geboren. Er wurde vermutlich im holländischen Benediktinerkloster Egmond erzogen, das seine Familie gegründet hatte und für das er und seine Eltern Stiftungen tätigten. Danach kam er an die von Erzbischof Brun von Köln, dem Bruder Kaiser Ottos I. geleitete kaiserliche Hofkapelle. 976 wurde er Kanzler Kaiser Ottos II. und 977 Nachfolger des Erzbischofs von Trier. Als Erzbischof bemühte sich Egbert um die Erneuerung des klösterlichen Lebens. Vermutlich 983 stiftete er eine jährliche Bittprozession, die am Freitag in der dritten Woche nach Ostern (Bannfreitag) durchgeführt wurde. Der Erzbischof förderte den Wiederaufbau zahlreicher durch den Normanneneinfall von 882 beschädigter oder zerstörter Kirchen und Klöster, machte für Mettlach bedeutende Stiftungen, ebenso für St. Maria ad Martyres in Trier. Besonders förderte er die vor Trier gelegene Benedikterabtei St. Eucharius, als deren zweiter Gründer er bezeichnet wurde. Bei den Fundamentierungsarbeiten zum Bau der nach ihm benannten Egbertbasilika entdeckte man das Grab des legendären Bischofs und Märtyrers Celsus, dessen Gebeine Egbert erheben und in die Kirche übertragen ließ. Egbert starb im Jahre 997 am Tag des heiligen Eucharius, nachdem er mit seinem Gefolge nach der Messfeier die gleichnamige Benediktinerabtei verlassen hatte, um den Mönchen nicht zur Last zu fallen. Begraben wurde er in der von ihm errichteten Andreaskapelle an der Nordseite des Domes. Egbert gilt als einer der bedeutenden Mäzene seiner Zeit. Während seines Episkopats förderte er die Entwicklung Triers zu einem Zentrum der Goldschmiede- und der Textilkunst. In dem Benediktinerkloster auf der Reichenau entstand vor 985 ein Evangeliar, der Codex Egberti (Stadtbibliothek Trier). Ebenfalls als Geschenk an den Dom diente der um 980 auf der Reichenau angefertigte Egbert-Psalter. Mit Egbert werden weiter vier Werke der Schatzkunst in Verbindung gebracht, die wertvolle Hülle für den Heiligen Nagel und der kostbare Andreas-Tragaltar (beide Trierer Domschatz), der Petrusstab (Limburger Domschatz) und ein noch 1776 in Trier erwähntes Kästchen mit Reliquien des hl. Eucharius. Egbert begründete eine neue Epoche der Kunstgeschichte, nutzte die von ihm in Auftrag gegebenen Kunstwerke aber auch zur Förderung der Heilgenverehrung, zu seiner individuellen Memoria und als Instrument der Kirchenpolitik.--- [Biographie von Wolfgang Schmid]