| Varianter Name | Babenberg, Poppo ¬von¬ / 980-1047 | Poppo / von Babenberg / 980-1047 |
| Geburtsdatum | 980 [?] |
| Geburtsort | Regensburg [?] |
| Sterbedatum | 16.06.1047 |
| Wirkungsort | Bamberg | Trier, Kreisfreie Stadt | Koblenz, Kreisfreie Stadt |
| Beruf oder Beschäftigung | Erzbischof |
| GND-Sachgruppe | Personen zu... | Kirche | Politiker und historische Persönlichkeiten |
| GND-Nummer | 120912619 |
| Siehe auch | TRIPOTA - Trierer Porträtdatenbank | Biographien der NDB | Biographien der ADB | Germania Sacra Personendatenbank | Wikimedia Commons | |
| Literatur | Literatur über Erzbischof Poppo / Trier in der RPB |
Poppo war der Sohn des Markgrafen Leopold I. von Babenberg und der fränkischen Herzogstochter Richeza. Er wuchs in Regensburg auf und wurde 1007 von König Heinrich II. zum Dompropst des neu gegründeten Bistums Bamberg bestimmt. Der zielstrebige Ausbau der Bischofsstadt und ihre große Bedeutung als Ort der Reichspolitik waren Ereignisse, die Poppo nachdrücklich prägten. 1015 ernannte Heinrich II. Poppo zum Erzbischof, geleitete ihn nach Trier, ließ ihn dort bestätigen und weihen. Heinrich II. schenkte der Trierer Kirche 1018 den Königshof Koblenz und das Stift St. Florin. Seitdem hatte das spätere Kurfürstentum zwei Herrschaftsschwerpunkte, wobei der Koblenzer Besitz seine wirtschaftliche Lage wesentlich verbesserte. Poppo erwies sich unter den drei Kaisern Heinrich II., Konrad II. und Heinrich III. als zuverlässige Stütze der Reichspolitik. Er bemühte sich auch um die Kirchenreform, gründete die Abtei St. Maria ad Martyres neu und wandelte das Kloster Pfalzel in ein Stift um. Der Trierer Dom war trotz mancher Sicherungsarbeiten unter Erzbischof Egbert immer noch in einem baufälligen Zustand. Poppo sicherte die Statik des römischen Quadratbaues. 1037 ließ er einen der drei Bistumsgründer, den heiligen Maternus, aus St. Eucharius in den Dom überführen. Anschließend fand eine Westerweiterung der Kirche statt. Zum Domfreihof hin wurde eine prächtige Westfassade errichtet, die den Repräsentationsbedürfnissen eines Vertreters der ottonisch-salischen Reichskirche entsprach: Eine hoch aufragende Zweiturmfassade mit zwei Portalen, zwei Zwerggalerien, einer mächtigen Apsis und zwei flankierenden Treppentürmen. Mit dem Bau eines Westchores und einer Westkrypta war eine Doppelchoranlage entstanden, die einen Vergleich mit den Kaiserdomen in Speyer, Worms und Mainz nicht zu scheuen braucht. Poppo wurde 1047 nicht im Dom begraben, sondern in der von ihm gegründeten Stiftskirche St. Simeon. 1026 hatte er den Eremiten und Pilgerführer Simeon kennengelernt, mit der er wohl 1027-1030 ins Heilige Land zog. Nach der Rückkehr blieb Simeon in Trier und ließ sich als Inkluse in einer Zelle in der Porta Nigra einmauern. Nach seinem Tod 1035 verfasste Abt Eberwin, einer der führenden Köpfe der benediktinischen Reformbewegung, eine Vita. Damit wandte sich Poppo an Papst Benedikt IX. mit der Bitte um die Heiligsprechung Simeons. Poppo gründete am Grab des Heiligen das Simeonstift und ließ die Porta Nigra zu einer Kirche umbauen: Das Sockelgeschoß mit den beiden Durchfahrten wurde zuschüttet und eine Freitreppe errichtet, die zum ersten Geschoß hinaufführte, einer dreischiffigen Hallenkirche, die als Pilgerkirche diente. Das zweite Obergeschoß wurde zur Kirche der Stiftsherren ausgebaut. Ebenfalls auf Poppo dürfte das zusätzliche Freigeschoss und sein Turmhelm im Westen zurückgehen. Durch den Umbau zu einer Stiftskirche blieb das Stadttor der Porta Nigra erhalten.--- [Biographie von: Wolfgang Schmid]