Hammes, Karl / 1896-1939

Geburtsdatum25.03.1896
GeburtsortZell (Mosel), Stadt 
Sterbedatum06.09.1939
SterbeortWarschau
WirkungsortKöln | Berlin | Bayreuth | Wien
Beruf oder BeschäftigungSänger  | Jagdflieger  | Golfspieler 
GND-Sachgruppe | Personen zu...Musik. Musikwissenschaft  | Militär  | Sport 
Werke in AuswahlSchallplattenaufnahmen bei His Master`s Voice (in Deutschland bei Electrola erschienen) u.a. war K.H. als Don Juan in Don Giovanni, als Harlekin in Ariadne auf Naxos (Preiser Records Four Fumos German Bandones, Mono 89978).
QuellenNachruf: Die Bühne, Zeitschrift für die Gestaltung des Deutschen Theaters, 19. Heft, Berlin v. 5.10.1939 | Nachruf: Deutsche Golfzeitung, Berlin im Dezember 1939 | Kutsch/Riemens, Unvergängliche Stimmen, Bern 1966, 219 | Bremer, Einzelschicksal, Kreisjahrbuch Cochem-Zell 2004, S. 21/22 | Mitteilung der Familie Josef Bremer (Neffe) in Bullay, die das Archiv von K. H. verwaltet |
GND-Nummer124141625
Siehe auchDeutsche Nationalbibliothek (DNB) Deutsche Nationalbibliothek (DNB) |  Wikipedia-Personenartikel
LiteraturLiteratur über Karl Hammes in der RPB

Datum der letzten inhaltlichen Bearbeitung: 16.12.2010

Biogramm

Vater: Josef H. Weinhändler, Mutter: Margarethe geb. Kölzer aus Beilstein - Nach dem Besuch der Volksschule in Zell besuchte er das Gymnasium in Tr.-Trarbach. Nach dem Abschluss 1916 meldete er sich freiwillig zur Fliegerschule in Böblingen u. gehörte dem "Jagdgeschwader Richthofen" an. 1917 bereits erhielt er das Eiserne Kreuz I. Klasse u. wurde zum Major der Luftwaffe befördert, er zeichnete sich aus durch Tapferkeit u. mutigem Einsatz. Nach dem 1. Weltkrieg studierte er am Kölner Musikkonservatorium u. fand auch hier 1925 sein erstes Engagement. Sein Aufstieg als "Kavalier-Bariton" war steil u. ohne Rückschläge. Am 24.1.1926 sang er zum erstenmal in seiner Heimatstadt Zell im "Bohnschen Saal". Er blieb immer mit Zell verbunden, war Mitglied des Rudervereins u. marschierte auch beim Festzug zur 700-Jahr-Feier der Stadt mit. Von 1926/27 war er einem Ruf an die Berliner Krolloper, einer Filiale der Staatsoper, gefolgt. Seine weiche gehaltvolle Stimme, seine ursprüngliche, bewegliche Darstellungsgabe u. Mimik ließen ihn als aussichtsreichen Bewerber für die Nachfolge von Hans Duhan erscheinen. 1927 sang er bei den Festspielen in Bayreuth den Amfortas im "Parsifal" u. den Gunther in der "Götterdämmerung". Von 1929/35 war er Mitglied der Wiener Staatsoper, wo er große Erfolge hatte. Fast alljährlich wirkte er bei den Festspielen in Salzburg mit, vor allem als Titelheld im "Don Giovanni" und in "Figaros-Hochzeit". Er gastierte außer in Berlin, Wien u. Bayreuth in Amsterdam, Brüssel, Hamburg, London u. München. 1935 wurde er an die Berliner Staatsoper verpflichtet. Als Mitglied im Golf- u. Land-Club Berlin-Wannsee brachte er es auch hier zu hohen Ehren. Er wurde in die Nationalmannschaft berufen u. vertrat die deutschen Farben beim Länderspiel gegen Schweden. Zu Beginn des 2. Weltkrieges meldete er sich freiwilllig nach Rücksprache mit Hermann Göring, seinem ehemaligen Vorgesetzten, der meinte "Wir brauchen Flieger, Sänger haben wir genug", bei der Luftwaffe im Fliegerhorst Damm bei Jüteborg. Sein Flugzeug wurde nach wenigen Tagen am 6.9.1939 im Luftkampf über Warschau abgeschossen, wobei K.H. den Tod fand. Seine Grabstätte wurde von der Kommandantur ermittelt nördlich des Dorfes Wojcieszyn. Später wurde er auf dem Heldenfriedhof in Warschau beigesetzt. ---[Daten übernommen aus: Friderichs, Alfons / 1938-2021 [Hrsg.]: Persönlichkeiten des Kreises Cochem-Zell. Trier, Kliomedia : 2004. ISBN 3-89890-084-3]