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  "biographicalOrHistoricalInformation" : [ "Emmanuel Deutz wurde am 8. September 1764 als Menachem Manlin Deutz, Sohn des Löb Deutz und der Röschen Deutz, geborene Wallich, in Koblenz geboren und war als Oberrabbiner maßgeblich an der Durchsetzung der Kirchenpolitik Napoleons und der staatlichen Reorganisation des jüdischen Kultus in Frankreich beteiligt. Deutz erhielt seine religiöse Ausbildung an der Talmud-Schule des Hirtz Scheuer in Mainz und war anschließend wahrscheinlich als Rabbiner in Oberwesel, der Heimatstadt seiner Ehefrau Judith Bermann (1773/74-1822), tätig. Im Jahr 1798 trat er die Nachfolge des Landesrabbiners Süsskind Gundersheim in Koblenz an, nachdem dieser beim Einrücken der französischen Revolutionstruppen ins rechtsrheinische Ehrenbreitstein geflohen war. Die darauffolgende Einführung der französischen Herrschaftsordnung 1801 brachte die Religions- und Gewerbefreiheit sowie die (vorübergehende) Gleichstellung der Juden mit sich. Unter dem Rabbinat Deutz kam es daher zu einem Anstieg der jüdischen Gemeindemitglieder von ca. 160 Personen im Jahr 1794 auf 342 Personen im Jahr 1808 und zu einer allmählichen Verbesserung ihrer Stellung innerhalb der Stadtgesellschaft. Dabei nahm Deutz stellvertretend für die Stadt Koblenz an einer von Napoleon 1806 in Paris einberufenen, repräsentativen Notabelnversammlung zur Vereinheitlichung des jüdischen Kultus teil, obwohl er der französischen Sprache nur unzureichend mächtig war. Zwei Jahre später war er gemeinsam mit 44 weiteren Rabbinern und 26 Laien an der rechtskräftigen Verabschiedung der neuen Bestimmungen im Rahmen des Grand Sanhedrin beteiligt.\n\n1809 erhielt Deutz den Titel des Oberrabbiners des israelitischen Konsistoriums und somit die Oberaufsicht über die jüdischen Gemeinden sowie die Umsetzung der napoleonischen Bestimmungen innerhalb des Rhein-Mosel-Departements. Als ein von Frankreich bzw. vom französischen Kaiser Napoleon ernannter Staatsbeamter stand ihm für diese Verwaltungstätigkeit ein Gehalt von beachtlichen 3.000 Francs zu, das jedoch von der jüdischen Gemeinde selbst gezahlt werden musste. Aufgrund solcher finanzieller Belastungen, der staatlichen Eingriffe in die Glaubenspraxis und der Wiederaufhebung der Rechtsgleichheit im sogenannten schändlichen Dekret war seine Amtszeit durch politische, soziale und religiöse Konflikte geprägt, die das Leben der Koblenzer Juden maßgeblich beeinflussten. Deutz sollte die langfristigen Wirkungen der Franzosenzeit allerdings nicht mehr in seiner Heimatstadt erleben, da er bereits 1810 an das Zentralkonsistorium nach Paris berufen wurde und ab 1826 bis zu seinem Tod am 31. Januar 1842 das leitende Amt des Grand Rabbin de France übernahm.\n\nÜber seine politischen Funktionen und sein religiöses Leben in der französischen Hauptstadt ist nur wenig bekannt. Nach dem Tod seiner Ehefrau am 15. November 1822 in Paris nahm er Lisbeth Meyer-Moses (1772-1847) aus Metz zur Frau. Zwei seiner Kinder aus erster Ehe gelangten zu überregionaler Bekanntheit: Seine älteste Tochter Sara (geb. 1794) ließ sich von ihrem Mann, dem aus Straßburg stammenden Rabbiner David Paul Drach, scheiden und ging nach Großbritannien, weil dieser 1823 zum Katholizismus konvertiert war. Sein dritter Sohn, Simon Deutz (1802-1852), der ebenfalls vorübergehend zum Katholizismus übergetreten war, verstrickte sich als Abbé Hyacinthe Deutz in politische Intrigen zur Zeit der Juli-Revolution 1830 und trug mit seinem Verrat der Herzogin von Berry dazu bei, dass sich antisemitische Ressentiments in der Pariser Öffentlichkeit verstärkten. ---[Biogr. von Katharina Thielen]" ],
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    "source" : [ "Espange, Michel: Les juifs allemands de Paris à l'époque de Heine: La translation ashkénaze. Paris 1996, S. 37-39", "Cilli Kasper-Holtkotte: Im Westen Neues: Migration und ihre Folgen ; deutsche Juden als Pioniere jüdischen Lebens in Belgien, 18./19. Jahrhundert. Boston 2003 (Studies in European Judaism 8), S. 119", "Müller, Jürgen: Von der alten Stadt zur neuen Munizipalität. Die Auswirkungen der Französischen Revolution in den linksrheinischen Städten Speyer und Koblenz. Koblenz 1990", "Mail von Katharina Thielen vom 22.07.2022" ]
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