| Varianter Name | Bernard, Johann / 1500-1551 | Bernardus, Johannes / 1500-1551 | Bernhard, Johannes / 1500-1551 | Bernhardi, Johannes / 1500-1551 | Bernhardi, Johann / 1500-1551 | |
| Geburtsdatum | ca. 1500 |
| Geburtsort | Hohenstein / Untertaunus |
| Sterbedatum | 12.10.1551 |
| Sterbeort | Herborn |
| Wirkungsort | Mainz, Kreisfreie Stadt | Gau-Algesheim, Stadt | Frankfurt am Main | Herborn |
| Beruf oder Beschäftigung | Pfarrer / Evangelische Kirche |
| GND-Sachgruppe | Personen zu... | Kirche |
| In Beziehung stehende Person | Albrecht II., Mainz, Erzbischof, Kurfürst, Kardinal |
| Quellen | Wolfgang Königsteins Tagebuch in: Hermann Grotefend, Hrsg., Quellen zur Frankfurter Geschichte und annalistische Aufzeichnungen der Reformationszeit, Bd. 2, Chroniken der Reformationszeit nebst einer Darstellung der Frankfurter Belagerung von 1552, bearbeitet von Richard Jung, Frankfurt am Main 1888, S. 27-173 | Bautz, Friedrich Wilhelm: Bernhard, Johann, in: Biographisch-Bibliographisches Kirchen-lexikon, Band I (1990), Spalte 538/539 | Brück, Anton Ph.: Aus der Geschichte der Pfarrei Gau-Algesheim, in 600 Jahre Stadt Gau-Algesheim, 1955, S. 51-70 | Opper, Karl-Heinz: Johannes Bernhard (vor 1500-1551) und sein Sohn Bernhard Bernhardi (1528-1589). Zwei Mitstreiter Luthers im Ränkespiel von Politik und Religion in der Freien Reichsstadt Frankfurt und in Nassau-Dillenburg, Pro BUSINESS Verlag, 2015, ISBN: 978-3-86386-913-7 | https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Bernhard (Stand: 24.09.2018) | |
| GND-Nummer | 124868215 |
| Siehe auch | GND identifiers in the project regionalgeschichte.net (biographies) | Hessische Biografie | Biographien der NDB | |
Priester an Liebfrauen und St. Quintin in Mainz; Pfarrer in Algesheim; predigte im Geiste der Reformation, wie viele Priester im Mainzer Raum, bis Erzbischof Albrecht von Brandenburg die lutherischen Predigten verbot und einen Prozess der Rekatholisierung begann; Verhaftung und Arretierung auf der Mühlpforte, einem Tor der Mainzer Stadtbefestigung; Befreiung, als die Mainzer die Markusprozession am 25. April 1525 zu einem Aufstand gegen die Obrigkeit nutzten; seit 10. Mai 1525 verhandelte der Rat der Stadt Frankfurt mit den evangelischen Prädikanten Johann Bernhard von Algesheim und dem ehemaligen Dominikanermönch Dionysius Melander über eine Einstellung, die am 13. Juni 1525 vollzogen wurde; sie blieben bis 1529 die einzigen evangelischen Prediger in der Stadt; sie orientierten sich immer stärker an dem radikalen Reformator Ulrich Zwingli, feierten das Abendmahl unter beiderlei Gestalten und behaupteten Φ auch mit Unterstützung des Rates - die Reformation gegenüber altgläubigen Restitutionsversuchen; so liefen auch die Bemühungen des Mainzer Erzbischofs, die beiden Prediger auszuliefern, ins Leere; Martin Luther intervenierte 1533 in Frankfurt mit einem Warnungsschreiben ("Ein brieff an die zu Franckfort am Meyn") gegen das bilderstürmerische Zwinglianertum der beiden Prädikanten; Bernhard, "Algesheimer" genannt, wusste "kühn, schroff und populär" (Brück, 1955, S. 54) zu predigen; er unterzeichnete aber 1536 in Wittenberg in Gegenwart Luthers die Wittenberger Konkordie, an der er mitgewirkt hatte, und blieb noch bis 1537 in Frankfurt; 1537 Ruf nach Ulm; 1544 Wechsel nach Herborn; 1558 verlangte der Mainzer Erzbischof die Ablösung der reformatorischen Pfarrer, Bernhard blieb aber, wohl aus Mangel an katholischen Geistlichen, bis zu seinem Tod 1551 in Herborn; sein ältester Sohn Bernhard aus der 1526 mit Katharina Kraut geschlossenen Ehe wurde 1553 als Rektor an Lateinschule in Siegen berufen und 1555 zum Superintendenten von Nassau-Dillenburg ernannt. ---[Text von Norbert Diehl (per Email am 21.09.2018)]