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Vorsitzender der Völkischen Studentengruppe Frankfurt a.M., 1924 Mitglied der Nationalsozialistischen Freiheitspartei. 1925 Mitglied der NSDAP unter Nr.17017 und Gründer der Hochschulgruppe Frankfurt a.M. des nationalsozialistisch, Nationalsozialismus Deutschen Studentenbundes, 1926 Gründer der Ortsgruppe der NSDAP in Hermeskeil. 1927 Diplomhandelslehrerexamen, vorübergehend Volksschullehrer, Handelsstudienreferendar in Völklingen, 1928 Bezirksleiter der NSDAP für den Bereich Trier-Birkenfeld und 1929 für Koblenz (nach Ausscheiden aus dem Schuldienst), 1929 Mitglied der Stadtverordnetenversammlung Koblenz und Mitglied des Rheinischen Provinziallandtages sowie 1930 für den Wahlkreis Koblenz-Trier Mitglied des Reichstages. 1930 Hauptschriftleiter des Koblenzer Nationalblatts (Nebenausgabe Trierer Nationalblatt), 1931 Gauleiter des NS-Gaues Koblenz-Trier-Birkenfeld. 1932 Mitglied des preussischen Landtags und 1933 Mitglied des preuss. Staatsrates und Bundesführer der Saarvereine Deutschlands. Nach dem deutschen Überfall auf das Großherzogtum Luxemburg 1940 wurde S dort \"Chef der Zivilverwaltung\" und damit verantwortl. für den mit Zwang und Terror durchgeführten Versuch der \"Eindeutschung\" des Großherzogtums, insbes verantwortl. für die blutige Niederschlagung des Generalstreiks 1942. S wurde 1942 zudem zum Reichsverteidigungskommissar für den NS-Gau Moselland (seit 1941 Bezeichnung für den Gau Koblenz-Trier unter Einbeziehung Luxemburgs) ernannt\n\nNach Kriegsende unter falschem Namen untergetaucht, wurde S im Dezember 1945 in der britischen Besatzungszone verhaftet; vor der Auslieferung nach Luxemburg Selbstmord durch Erhängen. - *Heirat: mit Frieda Margaretha Henning. - ---[Daten übernommen aus: Dieter Wolfanger, in: Monz, Heinz / 1929-2012 (Hrsg.): Trierer Biographisches Lexikon. - Trier : Wissenschaftlicher Verlag, 2000. - ISBN 3-88476-400-4]", "Herkunft: Sohn des Reichsbahnamtmanns Adam Simon und der Charlotte Karoline, geb. Wöffler. - Familienstand: verheiratet seit 1926 (Hermeskeil) mit Frieda Margaretha Henning, 1942 geschieden, 1 Sohn (dazu ein weiterer Sohn aus einem außerehelichen Verhältnis). - Religion: katholisch. - Ausbildung: 1906-1914 Volksschule in Saarbrücken, 1914-1917 Präparandenanstalt in Merzig, 1917-1920 Lehrerseminar in Merzig, 1920 erste Volksschullehrer-Prüfung, danach zwei Jahre Eisenbahnaushelfer in Hermeskeil, neun Monate Zolldeklarant im Saargebiet; 6.11.1924 Abitur, 1922-9.5.1927 als Werkstudent Studium der Volkswirtschaft, ab 5.5.1925 der Rechtswissenschaften an der Universität Frankfurt am Main, 1927 Vorsitzender des AStA an der Universität Frankfurt, Abbruch des Studiums aus Geldmangel; 1927 Prüfung zum Diplom-Handelslehrer. - Beruf: 1927 Aushilfslehrer, 1927-1929 Handelsstudienreferendar und Gewerbelehrer an der Handelsschule in Völklingen; März 1929 auf Wunsch von Gauleiter Robert Ley aus dem Schuldienst ausgeschieden (2 Monate vor dem Assessorexamen) und in den hauptamtlichen Dienst der NSDAP übernommen; Nov. 1929-1933 Stadtverordneter in Koblenz (Vorsitzender der NSDAP-Fraktion) und Mitglied des Provinziallandtags der Rheinprovinz; Sept. 1930-1945 MdR, Wahlkreis 21 (Koblenz-Trier); 1932 MdL (Preußen); April 1933 Vorsitzender des Rheinischen Provinziallandtags; 28.6.1933 Bundesführer der Saarvereine Deutschlands (auf Initiative saarländischer Nationalsozialisten um Heinrich Schneider); 11.7.1933 preußischer Staatsrat; 1933-1944 Mitglied der Akademie für Deutsches Recht (München), preußischer Provinzialrat der Rheinprovinz; 22.9.1939-16.11.1942 Beauftragter des Reichsverteidigungskommissars für den Wehrkreis XII im Gau-Koblenz-Trier, zugleich Mitglied des Verteidigungsausschusses des Wehrkreises XII; 1.8.1940-Sept. 1944 Chef der Zivilverwaltung in Luxemburg (2.8.1940 Amtseinführung); 16.11.1942-1945 Reichsverteidigungskommissar für den Gau Moselland; 31.8./1.9.1944 Räumung Luxemburgs durch Simon, woraufhin die Wehrmacht, die Simons Rückzug für überstürzt hält, am 3.9. dessen Rückkehr nach Luxemburg erzwingt (endgültige Räumung beim Anmarsch der Amerikaner am 9.9.1944); 25.9.1944-1945 Führer des Deutschen Volkssturms im Gau Moselland; April 1945 bei der Besetzung des Gaus durch die Amerikaner über den Rhein geflohen.\n\nNSDAP: ab 1922 in der völkischen Bewegung aktiv, 1923 Zweiter Vorsitzender der völkischen Hochschulgruppe in Frankfurt; 1924/25 Mitglied der NSFP; 14.8.1925 Eintritt in die NSDAP (Nr. 17017); 1925 Gründer der Ortsgruppe Frankfurt am Main des NSDStB; 26.10.1926 Gründer der Ortsgruppe Hermeskeil der NSDAP; 16.9.1928 Mitunterzeichner eines Beschwerdeschreibens von Walter Jung, Pressewart der Saar-NSDAP, an die NSDAP-Reichsleitung gegen die Gauleitung der Saar-NSDAP; Sept. 1928-31.3.1929 Bezirksleiter des Bezirks Trier-Birkenfeld; 1.4.1929-Sept. 1930 Ortsgruppenleiter in Koblenz und Neuwied; 1.4.1929-31.5.1931 Bezirksleiter des Bezirks Koblenz, 1.3.-3.5.1930 auch des Bezirks Trier (dort vertreten durch Karl Lintz); ab 1.6. 1930 Herausgeber und bis 1933 Hauptschriftleiter der Zeitung \"Koblenzer Nationalblatt\"; 1.6.1931-1945 Gauleiter des Gaus Koblenz-Trier (ab 30.8.1942 Gau Moselland); 9.11.1935 NSKK-Gruppenführer, 30.1.1939 NSKK-Obergruppenführer; 15.11.1940-1945 Gauwohnungskommissar des Gaus Koblenz-Trier (ab 30.8.1942 Gau Moselland); 6.4.1942-1945 Beauftragter des GBundesarchiv Best. für den Gau Koblenz-Trier (ab 30.8.1942 Gau Moselland). Nachkriegszeit: Mai 1945 nach der Kapitulation unter falschem Namen (\"Hans Wöffler\") in Einbeck (Hannover) untergetaucht; 11.12.1945 in Upsprunge bei Paderborn von den Briten verhaftet. - Tod: Freitod. Simon erhängte sich in seiner Zelle im Paderborner Gefängnis, seine sterblichen Überreste wurden auf Veranlassung des luxemburgischen Justizministers Victor Bodson nach Luxemburg gebracht und am 20.12.1945 im dortigen Grundgefängnis der Öffentlichkeit präsentiert, danach im Kasernengelände auf dem Heilig-Geist-Plateau und 1947 auf dem Friedhof Fetschenhof begraben (Spang 1992, 307-310).--- [Daten übernommen aus: Maier, Franz: Biographisches Organisationshandbuch der NSDAP und ihrer Gliederungen im Gebiet des heutigen Landes Rheinland-Pfalz. Mainz [u.a.] : Verlag v. Hase & Koehler, 2007. (Veröffentlichungen der Kommission des Landtages für die Geschichte des Landes Rheinland-Pfalz; 28)].", "Gustav Simon war ein enger Vertrauter des NSDAP-Kreisleiters Valentin Eibes. Über diese Beziehung sagte der für die Entnazifizierung zuständige Verwaltungsrichter Paul Braschoss: \" ... Nirgendwo war die Parteiwillkür so frivol und hemmungslos wie im Gau Koblenz-Trier, und nirgendwo gelangten so geistig und fachlich minderwertige und unzulängliche Leute nur auf Grund ihrer Parteizugehörigkeit in Ämter und Stellungen, für die sie in keiner Weise qualifiziert waren, oder nach ihrer sittlichen Führung passten. Was solche Leute und ihr Verhalten in der Grenznähe dem deutschen Ansehen geschadet haben, ist nicht zu ermessen ... Ich muss bei ernstlicher und gewissenhafter Überschau erklären, dass ich nirgendwo so üble Elemente am Werk gesehen habe, wie den Kreisleiter Eibes und den Gauleiter Simon\". [[Anm.: Zeugenaussage des Verwaltungsgerichtspräsidenten Paul Braschoss, Minden, vom 22.12.1949, in: Landeshauptarchiv Koblenz Best. 584/2 Nr. 758, Bl. 103), zit. nach: Maier, Franz: Biographisches Organisationshandbuch der NSDAP und ihrer Gliederungen im Gebiet des heutigen Landes Rheinland-Pfalz. Mainz [u.a.] : Verlag v. Hase & Koehler, 2007. (Veröffentlichungen der Kommission des Landtages für die Geschichte des Landes Rheinland-Pfalz ; 28)]]" ],
  "publication" : [ "Teile wichtiger Reden v. S abgedruckt bei: Victor Delcourt: Luxemburg unter dem Hakenkreuz. Erinnerungen an die Kriegsjahre 1940-1944, Christnach (Luxemburg) 1988", "Rede v. 6.08.1940 auf dem Paradeplatz in Luxemburg, auf Schallplatte beigefügt dem Buch: Paul Spang, V der Zauberflöte zum Standgericht, Luxemburg 1982" ],
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    "source" : [ "Paul Dostert: Luxemburg zwischen Selbstbehauptung und nationaler Selbstaufgabe. Die deutsche Besatzungspolitik und die Volksdeutsche Bewegung 1940-1945, Luxemburg 1985", "Emile Krier: Gustav Simon, in: Rheinische Lebensbilder, 16 Bde., 1961 ff, 16, 255-285", "Horst Romeyk: Die leitenden staatlichen und kommunalen Verwaltungsbeamten der Rheinprovinz 1816-1945, Düsseldorf 1994, 748 f.", "Max Schwarz: Mitglied des Reichstages Biographisches Handbuch der Reichstage, Hannover 1965, 762 f.", "Paul Spang: Gustav Simons Ende, in: Hémecht 44 (1992), 303-317", "Mathias Wallerang: Luxemburg unter nationalsozialistischer Besatzung, Mainz 1997", "Hermann Weiß: S, in: Hermann Weiß (Hrsg.): Biographisches Lexikon zum Dritten Reich, Frankfurt a.M. 1998, 428", "Dieter Wolfanger: Josef Bürckel und Gustav Simon. Zwei Gauleiter der NSDAP und ihr Streit um die \"Westmark\", in: Zwischen Saar und Mosel, Festschrift für Hans-Walter Herrmann zum 65. Geburtstag, Saarbrücken 1995, 397-409.", "Bundesarchiv Best. PK/L 289 Simon, OPG/E 100 Jung, Best. N 22 Nr. 261 und Nr. 1056", "Lilla, Joachim (Bearb.): Statisten in Uniform. Die Mitglieder des Reichstags 1933-1945. Ein biographisches Handbuch. Unter Einbeziehung der völkischen und nationalsozialistischen Reichstagsabgeordneten ab Mai 1924, Düsseldorf 2004", "Muskalla, Dieter: NS-Politik an der Saar unter Josef Bürckel. Gleichschaltung, Neuordnung, Verwaltung, Saarbrücken 1995", "Paul, Gerhard: Die NSDAP des Saargebietes 1920-1935. Der verspätete Aufstieg der NSDAP in der katholisch-proletarischen Provinz, Saarbrücken 1987", "Raths, Aloyse: Wer war Gustav Simon?, in: Rappel, 32, 1975, S. 79-87", "Schneider, Volker: Gauleiter Gustav Simon, der \"Moselgau\" und das ehemalige SS-Sonderlager/KZ Hinzert, in: Die Zeit des Nationalsozialismus in Rheinland-Pfalz, hrsg. von Hans Georg Meyer und Hans Berkessel, Bd. 2, Mainz 2000, S. 276-307." ]
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